Sanierungsfahrplan im Main-Kinzig-Kreis: Ablauf und Förderung
Was der individuelle Sanierungsfahrplan leistet, wie das BAFA ihn fördert und warum er trotz der neuen 30.000-Euro-Regel der beste erste Schritt bleibt.
Der individuelle Sanierungsfahrplan, kurz iSFP, beschreibt den energetischen Zustand Ihres Hauses heute und einen Weg zum Ziel. Entweder in einem Zug oder Schritt für Schritt über bis zu 15 Jahre, abgestimmt auf Ihr Budget. Für jede Maßnahme stehen Kosten, Einsparung und Förderung im Fahrplan.
Viele Häuser im Main-Kinzig-Kreis stammen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren. Hier ist der Fahrplan oft der sinnvollste erste Schritt: Statt einzelne Arbeiten nach Gelegenheit zu vergeben, passen Dach, Fassade, Fenster und Heizung am Ende zusammen.
Was der Fahrplan bei der Förderung bringt
- Das BAFA übernimmt 50 % des Beratungshonorars, höchstens 650 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 850 € ab drei Wohneinheiten.
- Für Einzelmaßnahmen an Hülle und Anlagentechnik steigen die förderfähigen Kosten von 30.000 € auf 60.000 € (erste Wohneinheit).
- Auf den Kostenanteil über 30.000 € gibt es 5 Prozentpunkte zusätzlich, wenn die Maßnahme im Fahrplan steht und der Fahrplan beim Förderantrag vorliegt.
Seit der BEG-Reform vom 21.07.2026 bringt der Bonus bei kleinen Einzelmaßnahmen also nichts mehr. Wer bei einem Einfamilienhaus mehr als 30.000 € investiert, profitiert aber weiterhin deutlich. Die aktuelle Förderrichtlinie für die Energieberatung läuft nach heutigem Stand bis zum 31.12.2026. Wer einen Fahrplan plant, sollte das berücksichtigen.
Für wen sich der Fahrplan besonders lohnt
- Eigentümer, die über mehrere Jahre in Etappen sanieren wollen
- Käufer nach dem Kauf, die wissen wollen, was auf sie zukommt (vor dem Kauf ist der Eigentümer antragsberechtigt)
- Vermieter und Eigentümergemeinschaften, die Kosten auf mehrere Einheiten und Jahre verteilen müssen
So läuft es ab
Nach einem ersten Gespräch nehme ich Ihr Haus vor Ort auf: Dach, Fassade, Fenster, Keller und Heizung. Dann berechne ich den Energiebedarf und stelle Maßnahmenpakete mit Kosten, Einsparung und Förderung zusammen. Zum Schluss gehe ich den Fahrplan persönlich mit Ihnen durch und sage Ihnen, welche Anträge Sie wann stellen müssen. Von der Begehung bis zur Übergabe dauert das meist zwei bis vier Wochen.
Zum Fahrplan gehört eine Umsetzungshilfe mit den technischen Mindestanforderungen jeder Maßnahme. Damit können Sie Handwerkerangebote vergleichen und sehen, ob sie die Förderbedingungen erfüllen.
Was Sie zum ersten Termin bereitlegen können
- Pläne oder Bauunterlagen, falls vorhanden
- Die letzten Heizkostenabrechnungen
- Ihre Wünsche und einen groben Budgetrahmen
- Ihren Zeithorizont: in drei, fünf oder 15 Jahren fertig?
Mehr zu den Fördersätzen finden Sie beim BAFA.
Häufige Fragen
Ist ein Sanierungsfahrplan Pflicht für die Förderung?
Nein. Er ist aber Voraussetzung dafür, dass mehr als 30.000 € förderfähig sind und der iSFP-Bonus auf den Mehrbetrag gezahlt wird.
Wie lange gilt ein Sanierungsfahrplan?
Für den iSFP-Bonus müssen die Maßnahmen innerhalb von 15 Jahren nach Erstellung des Fahrplans umgesetzt werden. Nach größeren Änderungen am Haus sollte er aktualisiert werden, damit die Empfehlungen zum Zustand passen.
Geht das auch für ein Mehrfamilienhaus oder eine WEG?
Ja, dort ist der Fahrplan besonders hilfreich. Bei Eigentümergemeinschaften gibt es zusätzlich bis zu 250 €, wenn ich den Fahrplan in der Eigentümerversammlung erläutere.
Lohnt sich der Fahrplan, wenn ich noch keine konkreten Pläne habe?
Gerade dann. Er zeigt Ihnen, was wann sinnvoll ist, und verhindert, dass eine frühe Maßnahme eine spätere teurer macht.
Stand: 05.10.2026. Förderbedingungen ändern sich regelmäßig. Verbindlich kläre ich sie für Ihr Vorhaben.
